Ein Plädoyer für Veränderungen und Entscheidungen im Beruf

Lass dich nicht von anderen überzeugen, etwas zu tun, das du nicht willst.

Ich bin 38 Jahre alt und arbeite seit 19 Jahren. Ich habe in so vielen Firmen gearbeitet, mich aber meist selbst dafür entschieden zu wechseln.
Mein Lebenslauf ist keine Aufzählung an Fehlentscheidungen oder Scheitern, sondern der Wunsch immer Neues zu lernen und neue Menschen kennen zu lernen.

Ich liebe es, neue Arbeitsbereiche kennen zu lernen. Bei jeder neuen Tätigkeit versuche ich, viel zu lernen, mir die Arbeitsabläufe anzusehen und verschiedene Bereiche kennen zu lernen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, das ich dadurch viel mehr Wissen und Erfahrungen habe als manch einer der eine Ausbildung gemacht hat und dann nur noch, tagein und tagaus, in diesem Beruf gearbeitet hat.

Ich habe als Fotomodel gearbeitet, als Verpackerin in einem großen Lager eines Versandhandelsunternehmen, als Kundenbetreuerin und in der Gastronomie.

Alle diese Jobs haben mir verschiedene Facetten von Arbeiten und Menschen gelehrt.

Ich habe sogar einmal im Lager eines Versandhandels gearbeitet und zwei Jahre später für die gleiche Firma in der Kundenbetreuung. Dadurch konnte ich Kunden einen kleinen Einblick verschaffen, warum z.B. der bestellte Artikel nun doch nicht geliefert werden kann oder warum der Karton, in der der Kunde seine Bestellung bekommen hat, so groß ist.

Bleib nicht an einer Arbeitsstelle, wenn es dir dort nicht gefällt. Lass dich nicht davon abhalten, im Berufsleben etwas anderes auszuprobieren. Nur weil du die Ausbildung in einem Beruf gemacht hast, heißt das nicht, dass du dein ganzen Leben in diesem Beruf arbeiten musst.

ich war mutig und habe einfach geprüft, was ich noch machen kann und welche Stärken und Fähigkeiten ich habe.

Kollegen versuchen mich gerne zu beeinflussen, nicht zu kündigen. Sie meinen dann gerne: So schwer ist es ja nicht. Außerdem seien sie ja auch hier und könnten nicht wechseln.

Vor Allem die ältere Generation oder die die schon Jahre in der gleichen Firma sind, wollen einen gerne davon überzeugen, sich zu „opfern“. Immerhin würden sie sich ja auch durchkämpfen und „Opfer“ bringen.

Früher war ich leider genauso. Ich bin lange in einer Firma geblieben, obwohl es mir nicht gefallen hat. Aber die Firma brauchte mich ja und es gab ja so viel Arbeit. Und wie hätte ich all den dort Arbeitenden in den Rücken fallen können.

Lass dich nicht von dem „Opfer“ der Anderen falsch inspirieren oder falsch beeinflussen.

Sieh dir die Aussagen der Kollegen und Vorgesetzen genau an.

Meine Lieblingssprüche aus den letzten Jahren, die ich mir angehört habe:

Ich arbeite jetzt schon so lange hier. Da kann ich nicht wechseln. Die Vorgesetzten verlassen sich auf mich.

Ich suche ja etwas Neues, aber finde nichts. Wenn man dann nachfragt, was sie suchen, kommt so etwas ähnliches wie: maximal 5 km von meinem Zuhause entfernt, Gehalt mindestens X, Arbeitszeit von 8-17Uhr, auf jeden Fall keine Überstunden und nur in dem Job, den ich gelernt habe. All diese Bedingungen müssen bei der neuen Arbeitsstelle natürlich erfüllt sein

Wir müssen alle Opfer bringen. Da kannst du auch bleiben.

Das ist doch in jeder Firma das gleiche. (Das kommt gerne von Kollegen, die bereits seit 10 oder mehr Jahren in der gleichen Firma arbeiten).

Man muss ein paar Jahre in einer Firma bleiben, dann findet man einfacher etwas Neues (Von der Bekannten, die 10 Jahre in der gleichen Firma war und jeden Tag das gleiche gemacht hat und nun keine neue Arbeitsstelle findet, weil die Arbeitgeber sie für unflexibel halten.)

Es gibt nicht den Königsweg. Beide Wege, oft wechseln oder lange in Firmen bleiben, können zu Erfolg oder Misserfolg führen und keiner kann dir sagen, was richtig ist.

Denn keiner kann in die Zukunft sehen.

Bei aller freien Entscheidung sei auch realistisch.

Ich pflege immer zu sagen: Herzchirurgin werde ich dann doch nicht, auch nicht Politikerin.

Wenn du dich zu sehr in deinen Erwartungen festlegst, wird es schwer etwas anderes zu finden.

Es gibt genug andere Menschen, die in einem vollkommen anderen Beruf erfolgreich geworden sind als den, den sie gelernt haben.
Sei mutig, mach beruflich was dir gefällt und lass dich nicht von Kollegen beeinflussen, die angeblich mehr Lebenserfahrung haben, obwohl sie seit 20 Jahren in der gleichen Firma arbeiten.

Die Vorgehensweise der letzten Jahrzehnte hat heute nicht mehr viel Gewicht.

Was ist deine Strategie?